Startup 3: Ticketalarm, der Domainsnapper fĂŒr Tickets inklusive Post Mortem

InStartup 3

Wolltet Ihr schon einmal zu einem Konzert oder Fußballspiel und es war ausverkauft? Jeder Fan kennt das und oft bleibt Ihm nur der Besuch beim Schwarzmarkt. Angesichts hoher Summen und der Unsicherheit, ob die Tickets ĂŒberhaupt echt sind ist das kein schönes Erlebnis.

GlĂŒcklicherweise bieten mittlerweile viele Fußballvereine und Ticketplattformen einen offiziellen Resale an, wo Fans ihre Tickets zum Normalpreis wieder einstellen können, wenn sie am Tag verhindert sind oder auch nur einzelne Spiele ihrer Dauerkarte nicht nutzen wollen.

Interessanterweise bieten Eventim und Co sogar einen Alarm an, wenn solche RĂŒcklĂ€ufer reinkommen… jedoch nicht in Echtzeit. Daher habe ich mir fĂŒr mich selbst ein Script gebaut, das sofort Alarm schlĂ€gt, wenn es Tickets gibt. Was fĂŒr mich funktioniert, funktioniert auch fĂŒr Andere?!

Fertiger MVP in 59 Minuten

Also habe ich eine Domain registriert, projektiert und den Fußball-Fans eine Möglichkeit gegeben, sich fĂŒr bestimmte Spiele vormerken zu lassen. Domains lassen sich mittlerweile sehr schnell registrieren und WordPress ist per 1-Click installiert. Dann noch eine kleine Datenbank, ein Crawler und ein Versand-Script und fertig war der MVP.

img_0784

Gerade beim Thema Fußball ist das Targeting ĂŒber Facebook ja sehr simpel und so hatte ich schnell 100 User auf dem System um zu testen. Im Nachhinein vielleicht etwas zu viel, da mich das 200 Euro gekostet hat.

Feedback ab Tag 1

Dank meinen ersten 100 Usern und einigen Fußball-Communities hatte ich sehr schnell Feedback zum Produkt. Teils sehr wertvolles Feedback wie der Wunsch nach einem Filter, dass nur gĂŒnstige Stehplatztickets gesucht werden sollen. Teilweise aber auch Feedback wie „Nie sind Tickets da – der Dienst funktioniert nicht!“.

Und ja, der Meinung schloss ich mich an: Der Dienst funktioniert einfach nicht. Es lag nicht an der Technik. Die lief erstaunlich gut – sogar mit automatischen Screenshots als Beweis, dass es wirklich Tickets gab. Es lag vielmehr an der Faulheit der Menschen. Es ist einfach noch zu viel Arbeit fĂŒr den User, sofort auf die Seite zu gehen und das Ticket noch manuell zu kaufen.

Eigentlich hĂ€tte ich es sogar wissen mĂŒssen: WĂ€hrend der letzten großen Fußballturniere konnte ich fĂŒr jedes Spiel Finaltickets bekommen und der normale Fan hatte dafĂŒr jedoch nichts als Neid ĂŒbrig und sah nicht, ĂŒber welchen Weg ich ĂŒberhaupt zu diesem Ziel gekommen bin.

Fazit

Manchmal reicht es eben nicht, wenn man der erste Kunde ist. Die Nische des Produkts ist zu spitz und vielleicht gar nichts fĂŒr die Zielgruppe B2C. Oder versucht mal, einen Domain-Snapper (das ist ein Tool, das freigewordene Domains direkt wieder registriert) an Privatpersonen zu verkaufen. Meine Zielgruppe wĂ€ren beispielsweise eher professionelle WiederverkĂ€ufer gewesen.

Außerdem gibt es noch einen negativen Netzwerkeffekt, ĂŒber den ich zuvor noch nie nachgedacht hatte. Manche Produkte funktionieren nur, wenn viele User da sind (z. b. Instant Messenger). Der Nutzen meines Ticketalarms betrug jedoch 1/n (n=Anzahl der User), weil alle User immer um genau ein Ticket „streiten“. Skalierung unmöglich.

Jetzt nutze ich den Service wieder als closed Service, um Karten fĂŒr Freunde und Familie zu „snappen“. 🙂

1 Kommentar

  1. Hey Marco,

    find super, dass es jetzt losgeht mit den Projekten und verstehe ich richtig: Bereits zwei Startups im ersten Monat?

Schreibe einen Kommentar

*