Endlich gelesen: The Lean Startup

InBĂŒcher

Endlich hab ich sie durchgearbeitet – die Bibel fĂŒr alle GrĂŒnder, die ganz lean ein neues Startup grĂŒnden wollen und das ist mein Fazit:

Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass es auch anders geht als schlank mit einem MVP zu testen, ob es einen Markt gibt. Ehrlich gesagt gibt es fĂŒr mich gar keinen Non-Lean Ansatz.

FĂŒr viele GrĂŒnder ist „The Lean Startup“ demnach eine Art BestĂ€tigung ihres Handelns. Bei Solo-Entrepreneuren und kleinen Teams sorgt alleine der Finanzdruck dafĂŒr, dass man nicht zu lange am Produkt schraubt.

In Firmen mit entsprechendem Kapital (= kein Zeitdruck) avancieren die Stakeholder (z. B.: Rechtsabteilung, Marketing, IT, GeschĂ€ftsfĂŒhrung) jedoch ganz schnell zum Showstopper und wenn man das nicht richtig managt entwickelt man zu lange am Produkt: Da hilft dann auch kein blaues Buch, das Umdenken eines ganzen Unternehmens zu verĂ€ndern.

Wenn „The Lean Startup“ weder etwas fĂŒr Startups noch etwas fĂŒr gestandene Unternehmen ist, war das Lesen dann Zeitverschwendung?

Ganz klares Nein! Zum Einen wollte ich sowieso mehr lesen; zum Anderen habe ich einige Dinge mit genommen, die fĂŒr mich neu waren. Selbst, wenn man in einem Podcast, einem Vortrag oder in einem Buch nur eine Sache lernt, hat es sich schon gelohnt.

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Konkrete Learnings

Ein Ticket ist erst DONE, wenn es nicht nur technisch sauber ausgerollt ist, sondern auch die Ergebnisse vorliegen. Gerade bei Scrum Mastern, die auf Abschluss des Sprints drÀngen, eine Herausforderung. ?

Wenn ein Produkt nicht vom Markt angenommen wird, darf man nicht die „falsche Testgruppe“ dafĂŒr verantwortlich machen.

Concierge MVP. Finde den Namen cool und das Vorgehen dĂŒrfte bekannt sein: Statt schon alles automatisiert zu haben, kann beim MVP beispielsweise auch der GrĂŒnder selbst anfangen, Lebensmittel im Supermarkt zusammen zustellen. Muss man beim Pitch dann natĂŒrlich herausarbeiten, dass es ein MVP ist und das GeschĂ€ftsmodell grundsĂ€tzlich skaliert.

Actionable KPIs vs. Vanity KPIs: Kennt vermutlich jeder. Man hat ein Jahresziel und der schöne Graph steigt und steigt. Die Frage ist aber: Steigt die Kurve wirklich wegen der letzten Maßnahmen oder ist das z. B. einfach nur saisonal bedingt? Was auch jeder kennt: Wenn die Kurve dann irgendwann stagniert, sind natĂŒrlich immer die Anderen Schuld (Marketing, IT, etc.). Deswegen besser Metriken (Kohorten) verwenden, die konkret mit den eigenen Maßnahmen zu tun haben – dann kann man als Team auch leichter den Erfolg dafĂŒr ernten. ?

Pivot or Persevere: Das war recht neu fĂŒr mich, dass der Pivot ein ganz normaler Vorgang ist und es auch verschiedene Arten gibt (z. B. Platform, Business Architecture oder Channel Pivot). Gerade die beiden Letzteren fĂŒhre ich gerade bei einem meiner Projekte durch ohne dass ich den Namen kannte.

The Large-Batch Death Spiral: Schöner Begriff fĂŒr ein Dilemma, das nach zu langer Entwicklungszeit passiert. Das Produkt ist so komplex, dass die Wahrscheinlichkeit eines fehlerhaften Ausrollens massiv steigt. Also wird das ohnehin schon spĂ€te Go-Live immer wieder nach hinten verschoben –  vor allem durch Stakeholder, die nicht den Kopf hinhalten wollen, weil ein Fuck Up oft auch mit einem Karriereknick einhergehen könnte.

Three Engines of Growth: Sticky (Kunden bleiben), Viral und Paid. FĂŒr mich ĂŒberraschend, dass man sich nur auf eine Engine konzentrieren sollte? Oder hab ich was falsch verstanden?

Fragetechnik 5 Whys: Zum ersten Mal gehört, direkt angewendet, direkt gescheitert, weil Fragen oft persönlich oder als Kritik verstanden werden („Five Blames“). Dabei hilft es wirklich, manchen Problemen wirklich bis zum letzten Stellhebel nach zu gehen und dann auch zu beheben.

Innovation Sandbox: Gegen Ende des Buchs kommt es zu einem wirklich spannenden Thema und es wird erklĂ€rt wie man es eben doch schaffen kann, in einer großen Firma Innovationen zu forcieren. Aus Erfahrung weiß ich, dass es ein guter Ansatz ist, cross-functional Teams zu haben, die möglichst unabhĂ€ngig in einer „Sandbox“ entwickeln können. Mehr Input hierzu auch im Buch „The Innovator’s Dilemma“ und bei Hendrik, dem Autor des ersten deutschen Buchs zum Thema Growth Hacking.

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