47 Tage Selbständigkeit Teil 2: Zahlen und Learnings

InAllgemein

Im ersten Teil meines Rückblicks auf den Weg in die Selbstständigkeit habe ich den Fokus auf Gewohnheiten und meinen neuen Lebensstil gelegt. In diesem Teil gebe ich Euch ein paar Zahlen und lasse Euch an meinen Learnings und Erfahrungen teilhaben.

Track everything

Es gibt fast nichts was ich nicht tracke und sogar mein Körper  gehört dazu: Trainingskilometer, Stresslevel, Schlafenszeiten, Vitamin-D3-Verlauf sind ein paar Beispiele, doch hier soll es ja eher um Business gehen. Dafür nutze ich das Tool klipfolio und baue mir damit meine eigenen Dashboards zusammen:

Für mein Startup Plaghunter sehe ich so auf einen Blick Churn-Rate, MRR (monatlicher wiederkehrender Umsatz), User-Entwicklung, geschätzte Unternehmensbewertung und viele technische Kennzahlen wie Performance, API-Requests, Zahl der Bilder und Funde u.vm.

Ein weiteres großes Dashboard widme ich dem Time-Management. Über das Tool mite tracke ich, an welchem Projekt ich gerade arbeite und die Ergebnisse fließen automatisch in mein Dashboard. Wie man sieht habe ich diese Woche z. B. schon etwas mehr als geplante acht Stunden an Plaghunter gearbeitet. 🙂

plaghunterWork

Meine Lieblingszahl (nicht in Bild) ist übrigens der Stundenlohn pro Projekt (MRR geteilt durch Stunden des letzten Monats). Das mache ich nicht nur für Plaghunter, sondern auch für andere Projekte. Für den Monat Januar sieht die Stundenverteilung übrigens wie folgt aus:

Bildschirmfoto 2017-02-12 um 06.01.46

Im Januar habe ich beispielsweise 37 Stunden an Plaghunter gearbeitet und durchschnittliche jeden Tag eine Stunde fotografiert. Projekte (allgemein) sind Zeiten für diesen Blog, neue Ideen oder Zeit, die ich auf medium.com, gruenderszene und Co verbringe.

Learnings

  • Bisher fühlt sich die neue Freiheit wie ein Lottogewinn an: Wenig und an den richtigen Dingen und vor allem im Einklang mit dem Biorhythmus arbeiten.
  • Im Vorfeld habe ich in Meetups und Podcasts viel über persönliche Ängste und Unverständnis im Umfeld zu neuen Lebensplänen gehört. Ist beides nicht eingetreten und es gibt nur positives Feedback.
  • Man bekommt viel Unterstützung. Jetzt muss man erkennen was wirklich wertig ist. Braucht man „Growth Hacker“ oder Anwälte, die vierstellige Beträge wollen, um das Business gemeinsam auf die angeblich nächste Stufe zu bringen? Oder sind es nicht die vielen kostenlosen Angebote, die einem hier weiterhelfen? Beispielsweise bin ich sehr angenehm von den Leistungen und dem Umgang mit der IHK und der Bundesagentur für Arbeit überrascht (mehr dazu in einem späteren Post). Gleichzeitig bin ich auch extrem dankbar, in Köln in einem tolles Startup-Ökosystem zu leben.
  • Warum also unbedingt vom Strand aus arbeiten. Mir reicht es derzeit vollkommen aus, unabhängig von Zeit und ort zu sein ohne aber tatsächlich in Asien eben. Dafür ist Köln einfach eine zu schöne Home Base und Reisen ist natürlich auch Stress für den Körper, weswegen ich beispielsweise auch nur ein Mal ins Trainingslager fahre und lieber ein paar intensive Trainingswochen ohne Arbeiten in Köln durchziehe.
  • Als SOLO-Entrepreneur entfallen die Späßchen mit Arbeitskollegen und generell wird der Austausch mit anderen Menschen schwieriger. Meist genieße ich die Ruhe, wenn im Haus und auch in der Innenstadt fast nichts los ist. Manchmal sehne ich aber auch schon das Wochenende oder den Feierabend herbei, wenn die meisten Angestellten endlich frei haben. Außerdem besuche ich wieder mehr Meetups um Kontakte zu knüpfen während dagegn das tägliche Arbeiten in Coworking-Spaces aufgrund meiner Routinen (Teil1) eher nichts ist.
  • Ich wollte mich sozial mehr engagieren – beispielsweise hier oder hier. Bisher hab ich das leider noch nicht geschafft.
  • Ich bin deutlich sparsamer geworden. Einerseits aus der Unsicherheit, die die Selbständigkeit mitbringt. Andererseits habe ich mich nach acht konsumorientierten Jahren auch weiterentwickelt und muss nicht mehr 10.000 Euro pro Jahr auf Amazon verblasen oder wie einige sagen: „Mittlerweile hast Du Amazon leer gekauft“. 😉 Aldi-5-Korn-Müsli statt mymüsli, Freemium statt Paid-Apps, Amazon Prime Video statt 5 Euro pro Leihfilm.

Fazit

Seid Ihr an einem Mastermind-Austausch zu Euren Zahlen interessiert? Kann ich Euch beim Aufbau eines Dashboards unterstützen? Welche Learnings habt Ihr gemacht oder wo seid Ihr total anderer Meinung?

Schreibe einen Kommentar

*